Pressemitteilung vom 25.01.2008

Zu den Modellprojekten für Hauptschulen in Niederbayern:

Aiwanger: Die nächsten fünf Jahre keine weiteren
Hauptschulen schließen. Vor-Ort-Lösungen zulassen.

Die Hauptschulen in Niederbayern haben in den letzten Jahren eine Rosskur
durchgemacht. Seit 2001 ist ihre Zahl von 220 auf 150 reduziert worden.
Wenn die bildungspolitischen Vorgaben nicht geändert werden, verschwinden
in den nächsten Jahren weitere 50 Standorte. Die Freien Wähler fordern,
diese Vernichtung von Schulstandorten sofort zu stoppen und die nächsten
fünf Jahre keine weiteren Schließungen vorzunehmen, um Zeit für eine Neujustierung
der zu starren Bildungspolitik zu gewinnen.
FW-Bezirksvorsitzender Hubert Aiwanger: „Kommunen und Eltern brauchen
die Planungssicherheit, dass ihnen nicht nächstes Jahr die Schule zugesperrt
wird. Die Planlosigkeit der CSU-Bildungspolitik der letzten Jahren schlägt
jetzt voll durch und ist nicht mehr schönzureden. Es spricht für sich, dass
bayernweit schon über 200 Gemeinden mit dem Bayerischen Lehrerinnenund
Lehrerverband (BLLV) Kontakt aufgenommen haben, um Lösungsansätze
für den Erhalt ihrer Schulen zu erarbeiten. D.h. Die Kommunalpolitiker
fragen nicht mehr beim staatlichen Kultusministerium an, sondern nach dem
Motto „hilf Dir selbst, sonst hilft Dir keiner“ bei einer Berufsvertretung. Eine
größere Blamage für eine Staatsregierung ist kaum vorstellbar. Ziel für die
nächsten Jahre muss sein, nicht mehr nur auf der reinen Lehre von Schulstrukturen
herumzureiten, sondern die wohnortnahe Beschulung sicherzustellen.
Wenn Kommunen mit 10.000 Einwohnern ihre Hauptschulen nicht mehr
halten können, müssen wir eben umsteuern. Modellprojekte wie in Essenbach
(Landkreis Landshut) zum Erwerb verschiedener Schulabschlüsse unter einem
Dach müssen eine Chance bekommen. Gleichzeitig muss für die anderen
Schulen das Fallbeil für einige Jahre stillgelegt werden, um Ergebnisse abzuwarten,
die schon vor fünf Jahren hätten erarbeitet werden müssen. Aber
damals war ja noch „Bayern spitze“. Die Schülerzahlen in Niederbayern sinken
die nächsten zehn Jahren um 20 Prozent, in den Grenzlandkreisen Regen
und Freyung-Grafenau sogar um 30 Prozent.
Es muss mehr Flexibilität für Vor-Ort-Lösungen zugelassen werden. Die
Mindestschülerzahl muss von 15 auf zehn pro Klasse gesenkt werden. Die
Klassenhöchststärke darf 25 Schüler nicht überschreiten. Jahrgangskombinierte
Klassen sind die nächste Auffangebene. Anträge auf Ganztagsbetrieb
sind zügig zu genehmigen. Derzeit kommen nicht mal zehn Prozent zum
Zug, der Rest wird abgewimmelt. Eltern und Kommunen werden schon wissen,
was sie wollen, wenn sie einen Antrag stellen. Längerer gemeinsamer
und leistungsdifferenzierter Unterricht mit der Möglichkeit zu verschiedenen
Abschlüssen unter einem Schuldach ist bei zurückgehenden Schülerzahlen ein
zentraler Lösungsansatz.“

Bezirksvorsitzender:
Hubert Aiwanger
Rahstorf 25
84056 Rottenburg
Tel. 08784/745
E-Mail:
hubert.aiwanger@t-online.de
Pressesprecher:
Harald Schwarz
Tel. 08741-949062
Fax. 08741-9269294